Guanchen
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[bearbeiten] Wer waren die Guanchen?
Die Guanchen lebten bis zur Eroberung durch die Spanier fast steinzeitlich in Höhlen. Ihre bevorzugte Kampfart war der Steinwurf, den sie so gut beherrschten, dass sie die besser bewaffneten Spanier damit fast in die Flucht geschlagen hätten. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt welchen Ursprung der Name "Guanche" hat und wen er bezeichnet. Nach der traditionellen Sichtweise heißen nur die Ureinwohner Teneriffas "Guanchen". Das Wort kommt aus einer der afroasiatischen Berbersprachen, wahrscheinlich dem in Marokko und Algerien gesprochenen Tamazight. Ursprünglich lautete es "Wa n Chinet", was so viel bedeutet wie "der (Mensch/Mann) von Chinet" – Chinet = Teneriffa – also Tinerfeño.
Nur die Bewohner von Teneriffa sind wahre Guanchen
Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts prägten Forscher den Oberbegriff "Guanche" für die gesamte Kanarenbevölkerung, wahrscheinlich weil die meisten von ihnen ihre Studien auf Teneriffa konzentrierten. Mit der Zeit generalisierte sich die Bezeichnung. In der Umgangssprache ist das bis heute so, obwohl die meisten Wissenschaftler es inzwischen ablehnen, den Namen "Guanche" für die Gesamtbevölkerung zu verwenden. Sie nennen nur die "Tinerfeños" "Guanchen" und benutzen ansonsten Wörter wie Ureinwohner oder die alten Kanaren. Zumal es auf den einzelnen Inseln jeweils eigene Begriffe für die Ureinwohner gibt: Auf Gran Canaria sind es die Canarios (von canarii), auf El Hierro leben die Bimbaches, von La Gomera kommen die Gomeros oder Gomeritas, die Leute von Fuerteventura werden Maxos oder Majoreros genannt, und die Benahoaritas oder Auaritas bevölkern La Palma. Wie die Menschen von Lanzarote geheißen haben, ist nicht überliefert. Es wird vermutet, dass sie wie auf Fuerteventura Maxos genannt wurden. Ein genereller Oberbegriff für alle Bewohner des Archipels existiert hingegen nicht, wenn man von den Bezeichnungen "Magos" (Zauberer, Bauer) oder "Mauros" (nicht zu übersetzen) absieht.
Gaben Franzosen den Guanchen ihren Namen?
Eine andere Theorie geht davon aus, dass französisch-normannische Seefahrer die Kanarenbevölkerung während der ersten Etappe der Eroberungsaktivitäten "Guanchen" nannten. Das Wort soll von dem altfranzösischen "Guinchet" abgeleitet sein. Somit hätte der Name seltsamerweise keinen einheimischen Ursprung, sondern wurde von außen geprägt. Er soll für alle Kanarenbewohner gegolten haben. Die Verfechter dieser Annahme befinden sich allerdings in der Minderheit. Die Gegner dieser Ansicht führen ins Feld, dass von den Guanchen im Zusammenhang mit Teneriffa erstmals in Quellen aus dem 15. Jahrhundert die Rede war, lange nach den französisch-normannischen Eroberungszügen.
Wer stammt von wem ab?
Die Abstammung der Kanarenbevölkerung ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Es gibt eine Fülle von teilweise einleuchtenden Theorien von denen allerdings keine einen eindeutigen Nachweis bis ins letzte Detail führt. Erschwert wird die Klärung auch dadurch, dass man die Besiedlung der Kanaren zeitlich nicht genau einordnen kann.
Anthropologisch sind die Ureinwohner der Inseln mit den alten Berberstämmen in Nordafrika verwandt. So herrschte eine Zeit lang die Theorie, dass die Berber von den alten Guanchen abstammen, die wiederum Nachfahren altgermanischer Stämme aus dem hohen Norden Europas gewesen sein sollen. Heute wird dies von einigen als Versuch gewertet, die Guanchen fiktiv, aus politischen Gründen mit den Europäern in Verbindung zu bringen. Die nur diffus untermauerte Version, wurde endgültig ins Reich der Legenden (wie die von Garafía oder Luán) verbannt, als neuere Studien die Abstammungsgeschichte näher klären konnten. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Guanchen ursprünglich wohl aus Nordafrika auf die Inseln übergesetzt sind und nicht umgekehrt. Man geht davon aus, dass die Besiedlung der Kanaren in Wellen statt fand, und eine sukzessive Folgeerscheinung der Wüstenbildung der Sahara gewesen sein könnte. Möglich ist auch, dass einige berberische Stammesführer sich auch für die Emigration auf den Archipel entschieden, weil damals das römische Imperium immer weiter vorrückte.
Sicher ist nur, dass die Immigranten das Bild der Inseln nachhaltig veränderten. Sie landeten mit ihren Tieren (Ziegen, Schweine, Schafe & Hunde), was zu einer kompletten Änderung des empfindlichen Ökosystems führte und die Verwüstung der kleineren Inseln verursachte. Außerdem begannen sie mit dem Anbau von Weizen, Bohnen und Erbsen sowie Gerste, die es vor der Besiedlung nicht gegeben hatte.

